HELGA und ELISABETH

Die Interviews

Helga und Elisabeth entstammen einer sogenannten Mischehe. Der jüdische Vater war Arzt, die Mutter christlich. Das bedeutete, dass den Schwestern als sogenannte Halbjüdinnen mit einer sogenannten "deutschblutigen" Mutter, vorerst eine Deportation erspart blieb. Allerdings änderte das nichts an den alltäglichen Schikanen. Der Vater wurde zuerst nach Buchenwald deportiert und nach einem Jahr als gebrochener Mann entlassen unter der Auflage das Reichsgebiet umgehend zu verlassen. Eine Schiffspassage nach Shanghai, er wollte dort Fuß fassen und seine Familie nachholen, entpuppte sich als aufgelegter Schwindel. Das KZ Auschwitz war letztlich das vorläufige Ende seiner Lebensreise.

Die Schonfrist endete für die Schwestern, als Helga ihr vierzehntes Lebensjahr erreichte. Das Ghetto Theresienstadt war nunmehr ihre Bestimmung. Die Mutter ging freiwillig mit und nahm die erst sechsjährige Elisabeth mit. Schien Theresienstadt vorerst noch das geringere Übel zu sein, änderte sich das bald. Hunger, Verwahrlosung und Tod wurden zum Alltag, begleitet von Zwangsarbeit, völlige Entrechtung und Erniedrigung.

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DIE INTERVIEWS WERDEN NACH BEENDIGUNG DER FILMISCHEN POSTPRODUKTION ALS BEWEGTBILDER EINGEBRACHT.

Interview Ausschnitt in Arbeit

Frau Dr.Helga Feldner-Busztin, Jahrgang 1929, wurde erst der Schulbesuch untersagt. Als nächstes stand die Gestapo vor der Haustüre. Im Ghetto Theresienstadt musste Helga Zwangsarbeit verrichten und entging durch Glück und Klugheit ihrer Mutter der Deportation ins Vernichtungslager Auschwitz. Sie wurde in ihrem zweiten Leben Internistin und hat bis ins hohe Alter praktiziert.

Interview Ausschnitt in Arbeit

Frau Elisabeth Scheiderbauer, Jahrgang 1936,

 kam als Sechsjährige ins Ghetto Theresienstadt. Weil sie sich rebellisch zeigte, wurde sie in ein Haus mit geistig behinderten Kindern verbracht und entging durch Glück der Vergasung. In ihrem zweiten Leben studierte Elisabeth Tanz und gehörte u. a. zum Ensemble der Wiener Volksoper. Erst nach der Befreiung sah sie erstmals eine Schule von innen.

"DASS WIR THERESIENSTADT ÜBERLEBT HABEN, GRENZT AN EIN WUNDER."

Zitat: Elisabeth Scheiderbauer

KEINE STIMME
DARF VERLOREN GEHEN

Die Interviews

Wir stellen im Verlauf  des Projekts alle Interviews mit den Zeitzeug:innen ONLINE. 

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Herr Dirk Adler

Frau Sara Atzmon

Frau Dr. Helga Feldner-Busztin

Herr Naftali Fürst

Herr Natan Goldman

Frau Lucie Lederer

Herr Edward Mosberg

Frau Käthe Sasso

Frau Elisabeth Scheiderbauer

Herr Andrew Sternberg

Frau Dr. Katja Sturm-Schnabl

Frau Michaela Vidlakova